Werkverzeichnis Nr: 14-TP-0079
Technik: Tusche, Aquarell auf Zeichenpapier 200(b) x200(h) mm
Signiert auf der Vorder-und Rückseite
Bergson ist der Philosoph der Lebenskraft (Élan vital) und der Intuition. Er glaubte, dass wir im Alltag die Welt nur oberflächlich sehen, um sie zu „benutzen“. Der Künstler hingegen sieht die Welt rein, so wie sie ist.
„Die Natur hat zwischen uns und unser eigenes Bewusstsein einen dichten Schleier geworfen: Im Alltag sehen wir die Dinge nicht selbst, sondern wir lesen meistens nur die Etiketten, die an ihnen kleben. Wir nehmen die Wirklichkeit nur durch einen Filter der Nützlichkeit wahr. Unser Auge gleitet über die Oberflächen, sucht nach dem Bekannten, dem Brauchbaren, dem Benennbaren – und verpasst dabei das Wesen.
Aber von Zeit zu Zeit entstehen Seelen, die eine ursprünglichere Weise des Sehens besitzen. Der Künstler ist ein Mensch, der diesen Schleier zerreißt. Er sieht die Dinge nicht mehr, um sie zu gebrauchen, sondern er schaut sie an, um sie zu wissen – in ihrer ursprünglichen Reinheit, in ihrem inneren Rhythmus.
In einem Porträt suchen wir nicht die äußere Ähnlichkeit, die nur eine Maske ist. Wir suchen jene ungreifbare Bewegung des Geistes, die das Gesicht von innen her formt. Wahre Kunst führt uns zurück in die Tiefe unserer eigenen Wahrnehmung. Sie lehrt uns, dass die Wahrheit nicht im Urteil liegt, sondern in der unmittelbaren Anschauung eines lebendigen Wesens, das sich jenseits aller Worte offenbart.“