Portrait von Wittgenstein in Tusche

Das Bild und die Grenze

 

Werkverzeichnis Nr: 14-TP-0079

Technik: Tusche, Aquarell auf Zeichenpapier 200(b) x200(h) mm

 

Signiert auf der Vorder-und Rückseite

 

Ein Bild hielt uns gefangen. Und heraus konnten wir nicht, denn es lag in unsrer Sprache, und sie schien es uns nur unerbittlich zu wiederholen. Wir befinden uns im Kampf mit der Sprache. Die Ergebnisse der Philosophie sind die Entdeckung von irgendwelchem schlichten Unsinn und von Beulen, die sich der Verstand beim Anrennen gegen die Grenze der Sprache geholt hat. Sie, die Beulen, lassen uns den Wert jener Entdeckung erkennen.

Die Aspekte der Dinge, die für uns die wichtigsten sind, sind durch ihre Einfachheit und Alltäglichkeit verborgen. (Man kann es nicht bemerken, — weil man es immer vor Augen hat.) Die eigentlichen Schwierigkeiten sind nicht geistige Schwierigkeiten, sondern Schwierigkeiten des Willens. Eine Hauptquelle unseres Unverständnisses ist, dass wir den Gebrauch unserer Wörter nicht übersehen. — Unserer Ausdrucksform fehlt es an Übersichtlichkeit. Die Übersichtliche Darstellung vermittelt das Verständnis, welches eben darin besteht, dass wir die ‚Zusammenhänge sehen‘.

Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen. Das Licht, das die Wahrheit spendet, ist ein kühles Licht, und für manche Augen ist es unerträglich. Aber wer die Welt sieht, wie sie ist, der sieht, dass sie gut ist, weil sie ist.“