Werkverzeichnis Nr.: 21-TJ-0019
Technik: Rötel auf Büttenpapier 19 (b) x 28 (h) cm
Signiert auf Vorder- und Rückseite
In dieser Rötelzeichnung begegnen wir einer Ärztin, deren Aura von einer beinahe engelhaften Reinheit durchdrungen ist. Ihr Antlitz, umrahmt von langem, hellem Haar, zeugt von einer modernen Eleganz – doch ihr Blick ist nicht auf die Vergänglichkeit der äußeren Welt gerichtet, sondern auf das Verborgene im Innersten des Lebens. Sie ist eine Wandererin zwischen den Welten: Während ihre Erscheinung Anmut ausstrahlt, blickt sie durch das Mikroskop auf Wahrheiten, die dem bloßen Auge verschlossen bleiben.
Dort, im Mikrokosmos des Blutes, entdeckte sie das Unmögliche: Strukturen und Fremdkörper, die dem menschlichen Organismus zutiefst wesensfremd sind. In ihrem Porträt habe ich jenes tiefe Mitgefühl festgehalten, das sie empfand, als sie Zeugin dieser „Unreinheit“ wurde. Ihre Tränen waren kein Zeichen von Schwäche, sondern der reinste Ausdruck des hippokratischen Eides – ein Schmerz, der aus der tiefen Liebe zu ihren Patienten und dem Respekt vor der Unversehrtheit des Lebens geboren wurde.
In ihr finden wir die vollkommene Einheit von innerer und äußerer Schönheit. Sie praktiziert die Medizin nicht nur als Wissenschaft, sondern als heiligen Dienst. Ich habe sie als eine Hüterin der Wahrheit gezeichnet, deren Liebe zu den Menschen so groß ist, dass sie bereit ist, den Schmerz des Sehens zu ertragen, um zu heilen. Ein leuchtendes Beispiel für eine Medizin, die das Herz nicht vergisst.